Posts mit dem Label Gästebuch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gästebuch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 10. Dezember 2007

Für Gretes Gästebuch (Trilogie 1.Teil)

Uns're Grete, diese Gute,
gebar den Wunsch in frohem Mute,
uns enzuladen, diese Meute,
die nichts im Kopf hat, als die Beute
(das Nahtmahl) in so großen Mengen
ohne Unterlass zu schlemmen,
dass zum Schluss unsere Mägen
das Erbrechen ernst erwägen.

Um den Gedärmen Zucht zu lernen
gab's Schnaps, um sie wieder zu wärmen.

Die Gespräche waren witzig,
auf manchen Witz der Walter grinsteee...
Viele Pointen waren spritzig,
und Uschi trank den Pfefferminztee.

Die Eva, darauf könnt Ihr wetten,
ließ sich den Kirschsekt wirklich schmecken.
Doch Schreck! Jetzt kommt des Rainers Fluch:
Die Eintragung ins Gästebuch.

Ich marterte mich schon seit Tagen.
Was reimt auf "Magen" war'n die Fragen,
etwa nur "laben" oder "klagen"?
Nie hörte ich auf, mich zu plagen,
doch Endreim fiel mir keiner ein.
Aus diesem Grund schreibe ich kein....

Gedicht, sondern einfach:
Herzlichen Dank für diesen netten Abend

R@iner, Jänner 1985

Zur Trilogie 2. Teil

Für Gretes Gästebuch (Trilogie 2.Teil)

Nun gut. Wir werden immer kecker
und laden fast schon selbst uns ein.
Beim Essen gibt es kein Gemecker,
die Gänge, die sind mehr als fein.

Zwischen Schnitzel und Moussee
grüble ich über meinen Fluch
- Ihr wißte es schon vom letzten Mal -
die Eintragung ins Gästebuch.

Mit festem Willen und Geschick
dichten wir einen Limerick:
Wenn vorsichtig die Winde weh'n,
weil Nachspeisen Gedärme bläh'n,
sag Dank für all die guten Gaben,
die Du bekamst, um Dich zu laben.
Dann ist es nähmlich Zeit zu geh'n.

Doch weil an manchen Orten
verschlossen sind die Pforten,
wenn solcherlei Gekritzel
und Gästebuch-Gewitzel

bleibt sichtbar, keine Frage,
für weitere Gelage
dann bis zum jüngsten Tage,

verzichten, noch in Gretes Gunst wir,
auf eine Probe uns'rer Kunst hier,
und tragen heute wieder kein Gedicht,
sondern was andres ein:

Herzlichen Dank für Alles!

R@iner, Juni 1985

Zur Triloge 3. Teil

Für Gretes Gästebuch (Trilogie 3.Teil)

Grete gebührt heute ein Orden,
denn was uns aufgetischt ist worden,
schlägt, wie man falsch sagt sicher nicht
dem Faß die Krone ins Gesicht,
sondern ist bei nettem Benehmen
durchaus als löblich zu erwähnen.

Doch nichts, was mit Genuß verzehrt,
im Inneren auf Ewig währt.
Drum kannst auf manchem stillen Ort
Du lesen folgend sinnig Wort:

"Alles, was ich bekam zu fassen,
hab ich euch wieder da gelassen."

Doch fragst Du Dich nun folgenschwer,
was denn das alles, bitte sehr,
zu suchen hat im Gästebuch.
Und ich gesteh' mit leisem Fluch,
daß mir das wieder mal beweist:
Das Reimen geht mir auf den Geist.

Drum schreib' ich, guter Ding' ist Drei'n,
heut' wieder kein Gedicht hinein,
sondern bloß: Super war's!

R@iner Juni 85

Zur Trilogie 4. Teil

Für Mimis Gästebuch

Mimi gebührt heute ein Orden,
denn was uns aufgetischt ist worden,
schlägt, wie man falsch sagt, sicher nicht
dem Fass die Krone ins Gesicht,
sondern ist bei nettem Benehmen,
durchaus als löblich zu erwähnen.

Nur Cristof, dieser kleine Racker
(4 Wochen alter Gast im Hause),
stört ungeniert durch sein Gegacker
das köstliche Mittagsgeschmause.

Die Ruhe kehrt erst wieder ein,
nach dem der kleine Giral sein
gut temperiertes halbes Mass
aus Mutters Milchbar (frisch vom Faß)
in einem Zug hinunter struzt
(und abschließend noch kräftig furzt).

Ich muß im Namen aller Männer
leider versichern: Kein Geschlemmer,
genossen aus irden Geschirr,
erreicht annähernd, glaubet mir,
in uns jene besond're Kraft,
die obiges Gebinde schafft.

R@iner irgendwann 1985/86

Für Gretes Gästebuch (Trilogie 4.Teil)

Geneigter Leser, glaube nicht,
daß ich vielleicht heut' ein Gedicht
in diesem Buch zum besten gebe.
Es wär' wohl Hohn für das Gewebe,
das diese Blätter fest umschlingt.
Wo jeder weiß, dem Typ gelingt
seit Jahr und Tag kein einz'ger Reim
(und wäre er auch noch so klein).

Bedenke zweitens: Die Geschichte
der nie geschriebenen Gedichte
würde ein traurig Ende nehmen
und alle Lesenden vergrämen,
würd' ich mich heut' hinreißen lassen
und doch noch ein Gedicht verfassen.

Erkenne drittens: Es ist wahr,
daß Grete uns heut - sonnenklar -
wie immer königlich bekochte.
Jeder bekam so viel er mochte,
und wer noch nicht betrunken ist,
der ist fürwahr kein guter Christ.

Wie - hick - nach alledem soll ich
so jemals doch noch ein Gedich..........

R@iner Juni 1986

Zur Trilogie 5. Teil

Für Gretes Gästebuch (Trilogie 5.Teil)

Ich denk' zu dieser späten Stunde
in unsrer vollgemampften Runde
an die, die mit gespitzter Feder
Gedichte dichten, die ein jeder,
und wär' er noch so kunstentrückt,
mit Freude liest, und der entzückt
ausruft: "Ja, also wirklich wahr, dieses Gedicht ist wunderbar!"

"Warum", so höre ich Euch fragen,
"liegt der Gedanke dir im Magen,
wo doch nach königlichem Fasten
and're Dinge den Darm belasten?"

Ich will's Euch sagen, liebe Leut':
Es ist heut' wieder mal die Zeit
für einen weiteren Versuch
in dem mrasekschen Gästebuch.

Doch gar zu ärmlich,
gotterbärmlich,
wirken die gut gemeinten Sprüche
im hellen Glanz von Gretes Küche.

Ich sag' wie's ist.
Ich laß es sein,
schenk mir stattdem ein Schnäpschen ein,
lehne zurück mich mit Genuß,
und denk, daß ich nicht dichten muß.

R@iner irgendwann 1986/87

Zur Trilogie 6. Teil

Für Gretes Gästebuch (Trilogie 6.Teil)

Die Sippe traf sich - Gott sei Dank -
ein weit'res Mal zu Speis und Trank
in uns'rer lieben Gretes Hause,
zum ausgiebigen Abendschmause.

Und reihen wird sich, das ist sicher,
ins vorliegende Gästebuch
zu allgemeinem Grunzgekicher
ein weiterer Reimungsversuch.

Doch Bauch ist voll und Kopf ist leer,
wo nehm' ich einen Reim bloß her?
Kann nicht wie Schiller oder Goethe
schwärmen von der Abendröte
oder über and're Sachen
dichten. Es ist nichts zu machen.

Füg Silb' zu Silb' ich, merk' ich bald,
es wird mir immer's Versmaß kalt.
Ich will mich nicht mehr länger quälen!
Was ich notiere glaubt mir keiner.
Der Wille soll für's Werk heut' zählen.
Ich schreibe überhaupt nur: "Rainer"

R@iner, Juli 1987